LONDON–(BUSINESS WIRE)–euNetworks Group Limited (“euNetworks”), ein westeuropaisches Breitbandinfrastruktur-Unternehmen, gab heute eine strategische Investition in eine kritische glasfaserbasierte Internet-Infrastruktur zwischen London und Amsterdam bekannt. Dazu gehort auch die Lieferung eines neuen Seekabelsystems mit hoher Glasfaserzahl, das den Namen Scylla tragt und jetzt in Betrieb ist. Dabei handelt es sich um das erste seit 1999 gebaute Seekabelsystem zwischen dem Vereinigten Konigreich und den Niederlanden.
euNetworks baut und investiert in seine Stadt- und Langstrecken-Glasfasernetze, um die wichtigsten Rechenzentren und Rechenzentrums-Knotenpunkte im Vereinigten Konigreich und in Europa miteinander zu verbinden. Das Unternehmen baut auf Langstrecken Daten-Super-Highways, die fur den kunftigen internationalen Bandbreitenbedarf Europas von entscheidender Bedeutung sind, und setzt auf diesen Strecken verlustarme Glasfasern ein, um seinen Kunden eine Langstreckenlosung zu niedrigen Kosten pro Bit zu bieten.
Dieses nach dem neuesten Stand der Technik aufgebaute Glasfasersystem mit ultrahoher Kapazitat erweitert das einzigartige Super-Highway-Netz von euNetworks auf den Kontinent, nachdem im November 2019 der Super Highway 1 fertiggestellt wurde, der Dublin und London mit Lowestoft verbindet. Der zweite Super Highway von euNetworks verbindet Lowestoft uber das neue Seekabel Scylla mit IJmuiden und fuhrt von dort aus nach Amsterdam. In Kombination mit den ausgedehnten Metronetzen von euNetworks in Dublin, Manchester, London und Amsterdam ermoglicht das System eine durchgangige Konnektivitat von jedem Rechenzentrum zu jedem anderen Rechenzentrum zwischen all diesen Metroregionen uber die unternehmenseigenen und von euNetworks betriebenen Glasfaserstrecken.
Die Detailplanung und die Genehmigungsstudien wurden im August 2019 eingeleitet, die Bauarbeiten begannen im April 2020, und Anfang September 2021 konnten den Kunden die Dienste zur Verfugung gestellt werden. Bei diesem verlustarmen Netz handelt es sich um ein von Grund auf neues Glasfasernetz. Fur die landgestutzten Backhaul-Netze werden neue, verlustarme Glasfaserkabel vom Typ Corning SMF28 Ultra G657.A1 verwendet, und es wurden drei vollig neue Verstarkerstandorte fur die beiden Kabellandestationen und den Zwischenverstarker im Vereinigten Konigreich errichtet. Angesichts der bestehenden Standorte und Backhauls, die vor mehr als 20 Jahren gebaut wurden, beseitigen diese neuen Einrichtungen die Unzuverlassigkeit der alten Infrastruktur und bieten skalierbare und energieeffiziente Verstarkerraume mit einem langfristig deutlich reduzierten Energiebedarf.
Scylla selbst ist ein nicht hybrides, doppelt armiertes 96-Paar-Seekabel, das ausschliesslich aus reinen Silica-Fasern vom Typ SMF28 ULL (ultra-low loss) G654.C von Corning besteht und allen Kunden den Vorteil einer zukunftssicheren und extrem niedrigen Dampfung auf der repeaterfreien 211 km langen (von Kabellandestation zu Kabellandestation) Strecke bietet. Diese niedrige Dampfung ist von entscheidender Bedeutung, um die niedrigsten Kosten pro Bit zu erreichen, was sich unmittelbar in einer grosseren Bandbreite pro Transponder mit festen Kosten niederschlagt.
Die Nordsee ist seit jeher eine schwierige Umgebung fur Seekabel, da eine Kombination aus starker Stromung, einem beweglichen, sandigen Meeresboden und intensiver Fischerei regelmassig zu Betriebsstorungen aufgrund von Kabelunterbrechungen fuhrt. euNetworks hat Scylla deshalb mit Hilfe einer neuen Technologie geplant und entwickelt, um diese Risiken zu minimieren und gleichzeitig die Umweltbelastung durch die Kabelverlegung zu verringern. Wahrend der Planung und Kartierung wurde der Meeresboden simuliert, um Sandwellenbewegungen und die Fischereiintensitat in Gebieten zu ermitteln, in denen schon einmal ein Kabel beschadigt wurde. So konnten mogliche Risikobereiche fur die Kabelverlegung und die anschliessende Anderung der Trasse oder eine geplante tiefere Kabelverlegung identifiziert werden. euNetworks wandte ausserdem eine innovative Verlegungstechnik fur Telekommunikationskabel an, bei der ein CAPJET-Grabenaushubsystem – ein hochleistungsfahiger Wasserstrahl, der sonst eher fur das Verlegen von Stromkabeln verwendet wird – eingesetzt wurde, um den 2-3 Meter tiefen, aber schmalen Graben fur die Verlegung des Kabels zu schaffen. Der CAPJET ermoglicht eine grossere Prazision und eine ‘Mikro-Kabelfuhrung’ wahrend des Verlegungsvorgangs. Das ferngesteuerte System mit bordeigener Telemetrie ermoglicht eine Steuerung in Echtzeit. Die niedrige Pflugspannung ermoglicht ein schnelles Manovrieren, einen feineren Kabelfuhrungsplan, das Eingraben zwischen den Vertiefungen in naturlichen Sandformationen und ein spateres tieferes Eingraben des Kabels im Laufe der Zeit. Dies steht im Gegensatz zu einer herkommlichen Pflugverlegung, die zwar theoretisch ahnliche Tiefen erreichen kann, aber viel geraderen Wegen uber Sandwellen mit Amplituden von 8 m und Neigungen von 12o folgen muss. Ein solcher Ansatz birgt Risiken fur die anfangliche Verlegung, eine ungleichmassige Verlegungstiefe und die Wahrscheinlichkeit, dass das Kabel im Laufe der Zeit freigelegt wird. euNetworks hat das Scylla-Kabel nicht nur auf naturliche Weise tiefer vergraben, sondern auch prazise verlegt und den Meeresboden weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Kabel wurde bis zu 3 Meter tief vergraben, verglichen mit den ublichen 0,7 Metern bei herkommlichen Systemen, und bietet dadurch sowohl heute als auch in Zukunft einen besseren Schutz vor Kabelbeschadigungen.
Auch an Land hat das Unternehmen dieses neue Netzwerk unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit konzipiert und geplant. Entlang der Strecke sind optimale Abstande und Dampfungsverluste zwischen den Verstarkerstandorten vorgesehen, so dass im Vergleich zu anderen in Betrieb befindlichen Strecken weniger ILA/PoP-Standorte notig sind. Die Verwendung moderner Glasfasertypen und die Verringerung der ILA-Standorte entlang der Strecke bedeuteten weniger Baumassnahmen wahrend der Realisierung sowie weniger Ressourcen und weniger Stromverbrauch im Betrieb. In den neuen ILA-Standorten kommt ausserdem eine neue Technologie zum Einsatz, bei der eine effizientere Klimaanlage die angesaugte Luft uberwacht, so dass weniger Energie fur die Kuhlung verbraucht wird. Insgesamt fuhrt dieser Ansatz zu einem wesentlich geringeren Energieverbrauch pro Bit und zu einer optimierten Netzinfrastruktur mit kleinerem CO2-Fussabdruck.
“Dieser Super Highway ist eine wichtige Investition in die westeuropaische Bandbreiteninfrastruktur”, sagted Brady Rafuse, Chief Executive Officer von euNetworks. “Wir haben das erste neue Seekabel auf dieser wichtigen Strecke seit 20 Jahren verlegt und damit eine einzigartige Verbindung zwischen London und Amsterdam geschaffen, mit der wir die vielen Unternehmen unterstutzen, deren Konnektivitatsbedarf weiter wachst. Dieser Netzausbau ist fur unsere Kunden von entscheidender Bedeutung, da er unseren Ansatz fortfuhrt, eine hochgradig skalierbare, unternehmenseigene und von uns betriebene nachhaltige glasfaserbasierte Infrastruktur bereitzustellen, die ihren Bedurfnissen Rechnung tragt.”
“Wir bedanken uns bei allen, die mit uns an diesem Projekt gearbeitet haben. Wir freuen uns darauf, weiterhin eng mit unseren Kunden in diesen Regionen und in unseren Netzen zusammenzuarbeiten und ihnen die Bandbreite und den Leistungsumfang zu bieten, die sie brauchen”, sagte Rafuse.
Uber euNetworks
euNetworks, ein Anbieter von Breitbandinfrastruktur, besitzt und betreibt 17 glasfaserbasierte Metronetze, die uber ein Hochleistungs-Backbone, das durch 51 Stadte in 15 europaischen Landern verlauft, miteinander verbunden sind. Das Unternehmen ist fuhrend auf dem Markt fur Rechenzentrumsanbindungen und vernetzt inzwischen mehr als 450 Rechenzentren direkt. Daruber hinaus ist euNetworks ein fuhrender Anbieter von Anbindungen an die Cloud und bietet ein zielgerichtetes Sortiment an innerstadtischen und Langstreckendiensten an, darunter Dark-Fibre-, Wellenlangen- und Ethernet-Services. Kunden aus der Handels-, Finanz-, Content-, Medien- und Mobilfunkbranche sowie Rechenzentren und Unternehmen profitieren von den einzigartigen Glasfaser- und Leerrohrnetzen von euNetworks, die auf ihren hohen Bandbreitenbedarf zugeschnitten sind. Weitere Informationen finden Sie unter eunetworks.com.
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